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Ideenwettbewerb für Schüler gestartet: andersartig gedenken

Schülerwettbewerb andersartig gedenken

Schülerwettbewerb andersartig gedenken

 

Heute startete der Schülerwettbewerb andersartig gedenken.

Schüler aller Schulformen in Deutschland sind dazu aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, wie ein Denkmal für die Opfer der NS-”Euthanasie” aussehen könnte. Die Gewinner werden am 27. Januar 2013 ausgezeichnet werden – sie dürfen sich dann über insgesamt 6.500 Euro Preisgeld freuen.

 

Initiiert wurde der Wettbewerb von der Arbeitsgemeinschaft gedenkort-t4.eu, also dem Betreiber der Website und dieses Blogs. Gefördert wird der Wettbewerb vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband. Darum geht es:

Ein Denkmal zum Thema NS -“Euthanasie“ zu gestalten heißt, eine Form zu finden und eine Aussage zu treffen.
Es ist ausdrücklich erwünscht, die Form „Denkmal“ neu zu begreifen und eine zeitgemäße junge Form des Erinnerns zu gestalten.

Interessierte Lehrer und Schüler werden gebeten, sich schnell anzumelden. Ein Formular dazu steht auf der Website des Wettbewerbes ebenso wie alle anderen Informationen hier bereit.

 

Bewerbungsfrist verlängert für den Gedenk- und Informationsort in Berlin

und zwar  bis zum 6. Juni 2012. Gründe werden nicht angegeben. Auf jeden Fall eine neue Chance für die geforderten Arbeitsgemeinschaften aus Gestaltern, Künstlern und Landschaftsarchitekten. Und hoffentlich kein schlechtes Omen für den weiteren Verlauf des Wettbewerbes…

Dank an Sigrid Falkenstein  für den Hinweis!

Noch einmal Tiergartenstraße in Berlin

Heute morgen nur halb beim Frühstück im DRadio Kultur gehört: Anscheinend musste  Kultur-Staatssekretär Schmitz  den Plan rechtfertigen, keinen gesonderten Bereich der Information und Dokumentation am Ort der Täter in der Tiergartenstraße 4 zu bauen, sondern “nur” einen landschaftsgestaltenden Umbau der jetzigen Gedenksituation auszuloben  (Dazu perfekt: Der Text von Prof. Stefanie Endlich auf der Hauptseite). [UPDATE: Hier ist mehr zu erfahren]

Was dort tatsächlich zu tun wäre, hat der Arbeitskreis zur Erforschung der NS-”Euthanasie” bereits im Juni 2010 in einem Appell dargelegt:

Zugleich ist es für die Kultur einer solidarischen Gesellschaft unabdingbar, sich mit der Entstehungsgeschichte der Krankenmorde und mit der Geschichte der Täter auseinanderzusetzen. Hierzu eignet sich der Ort der Berliner Tiergartenstraße 4 in besonderer Weise.

und

Für die gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung der „Euthanasie“-Opfer ist jedoch ein Gedenk- und Informationsort in Berlin von zentraler Bedeutung

 

Also: nicht bloß den Ort “aufwerten”, sondern ernsthaft informieren. Warum nicht eine Open-Air-Ausstellung? Und warum nicht nach den Fundamenten der Villa  graben, die zweifelsohne noch im Boden sind? Von allen Denkmalen, die im Tiergartenviertel gebaut wurden oder werden, wird das für die “Euthanasie”-Opfer als einziges am authentischen Ort stehen. Warum nicht das ausnutzen?

Zum Schluss noch einige Schnappschüsse, die beweisen, dass vielleicht dann doch eine Aufwertung dem Ort ganz gut täte. Nach der Gedenkfeier am 27.1. lagen noch monatelang die Kränze rum und gaben ein recht trauriges Bild ab.

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

 

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Kranz an der Tiergartenstrasse Foto Stefan Schenck

Links I 4

Dokumentation über die Kinderfachabteilung Waldniel-Hostert

 

Bestattung von Opfern der NS-Medizin in Wien

 

Dazu veranstaltet die Stadt Wien eine ganze Veranstaltungsreihe

 

Piratenpartei-Mitglied fordert “rationale Sterbehilfe”

 

Margot Käßmann erinnert an NS-”Euthanasie”

 

Inzestverbot als Eugenik?

 

 

 

 

Gedenk-Spuren

An der Tiergartenstraße in Berlin waren lange, allzulange die Kränze liegengeblieben. Nach der Gedenkveranstaltung am 27.1. reagierten die Metallunterlagen mit dem Material der Gedenkplatte und hinterliessen eigentümliche Beweise dafür, dass der Opfer gedacht wurde.

Gedenkspur

Gedenkspur, 26.4.2012. Foto Robert Parzer CC-BY-SA

Fachtag zur NS-”Euthanasie” am 23.5. in Berlin

Die Zukunftssicherung Berlin e.V. für Menschen mit geistiger Behinderung und leben lernen gGmbH am EDKE veranstalten mit Unterstützung der Stiftung Topographie des Terrors am 23.5. einen Fachtag unter dem Titel

Fachtag

Fachtag am 23.5. in Berlin

 

Vorträge halten Hans-Walther Schmuhl und Petra Fuchs. Anmeldungen sind noch bis zum 2. Mai möglich.

Hier der Flyer.

 

 

Neue Ausstellung in Posen am Ort der ersten Gaskammer im Dritten Reich

Am 21. April 2012 wurde im Fort VII in Poznań ein neuer, permanenter Ausstellungsbereich zu den Patientenmorden im Jahr 1939 eröffnet.

Der Direktor des Muzeum Wielkopolskie, Herr Lech Dynarski übergab die neue Ausstellung der Öffentlichkeit. Das Konzept wurde durch den Kurator der Ausstellung, Herrn Przemyslaw Jurkiewicz vorgestellt. Die ideologischen Hintergründe des Rassenwahns und der Diskussion um das „lebensunwerte Leben“ werden beispielhaft dokumentiert. Die Ausstellung versucht außerdem, mit einigen Exponaten die Lebenssituation in den psychiatrischen Anstalten deutlich zu machen. Am Ort der ersten Vergasungen von Patienten wird die dort erprobte Vernichtungstechnik auch durch Exponate sichtbar gemacht.

Gaskammer im Fort VII in Posen

Gaskammer im Fort VII in Posen. Quelle: Wikipedia

Herr Artur Hojan – Association T 4 – erläuterte den historischen Hintergrund der „Euthanasie-Aktionen“ im Warthegau. Bereits unmittelbar nach dem Einmarsch der Wehrmacht wurde Fort VII dem „Sonderkommando Lange“ unterstellt.

Herbert Lange Quelle: holocaustresearchproject.org

Herbert Lange Quelle: holocaustresearchproject.org

Kriminalkommissar Herbert Lange und sein Kommando richteten in der „Kasematte 17“ des Forts VII eine erste provisorische Gaskammer ein. Technische Hilfe wurde vom „kriminaltechnischen Institut der Sicherheitspolizei“ geleistet. Bereits Anfang Oktober 1939 wurde hier mit der Vergasung von Patienten aus Pflegeanstalten im Warthegau begonnen. Diese Patientenmorde – noch vor der Aktion T4! – wurden von Gauleiter Artur Greiser initiiert und mit der Zustimmung von Himmler durchgeführt.

Die Ausstellung dokumentiert die weithin unbekannten Vergasungen von Patienten zu einem sehr frühen Zeitpunkt. In der Genese zum Holocaust spielt Fort VII in Poznań eine bedeutende Rolle, die nun auch am Ort der ersten Gas-Morde dokumentiert ist.

Text: Reinald Purmann

 

 

Der Tagesspiegel über einen Aspekt der Gerhard Richter-Ausstellung

Links I 3

Verdienstmedaille für Mitglied des Gedenkkreises Wehnen

 

Welser Opfer der NS-”Euthanasie”

 

Erinnerung an das “Dauerheim für jüdische Schwachsinnige” in Berlin Weissensee

 

Jugendprojekt zur NS-”Euthanasie” in Österreich

 

Gedenktag für “Euthanasie”-Opfer in Bad Tölz?

 

Ausstellung zur Rheinhessen Fachklinik im NS

Reminder: Frühjahrstagung des AK NS-”Euthanasie” am Wochenende

Der “Arbeitskreis zur Erforschung der Geschichte der NS-”Euthanasie” und Zwangssterilisation” hat, zugegebenermaßen, einen sperrigen Namen. Das sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass er seit 1983 kontinuierlich die Geschichte der nationalsozialistischen Verbechen an Kranken, Behinderten und anderen als “lebensunwert” Definierten erforscht. Er ist eine lose Vereinigung von Historikern, Ethikern, Praktikern aus der Gedenkstättenarbeit und Angehörigen von Opfern und hat zahllose Forschungen, Projekte und Debatten initiiert, sowie kritisch zur Entwicklung der Medizin und ihren Möglichkeiten Stellung genommen. Ebenso ist ihm die Etablierung und Förderung des Gedenkens an die Opfer der NS-Gesundheitspolitik ein großes Anliegen.

Jedes Jahr veranstaltet er zwei Tagungen, das nächste Mal vom 20.-22.4.2012 in Mönchengladbach. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte der Psychiatrie im Rheinland im NS und die “Kinderfachabteilung” Waldniel-Hostert.

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