Wie das Webportal der Stadt Brandenburg/Havel meldet, beginnen am Montag, den 10.1.2011, mit einem Gedenkakt die Bauarbeiten für die Gedenkstätte am Ort der ehemaligen „Euthanasie“-Tötungsanstalt in der Stadt.

Im Urteil des LG Frankfurt/M. vom 20.12.1968, Ks 2/66 (GStA) wurde festgestellt, dass in Brandenburg im Jahr 1940 über 9000 Menschen ermordet wurden. Anschliessend wurde das Töten in die Anstalt Bernburg verlegt.
An Brandenburg lassen sich zwei typische Aspekte der NS-Euthanasie ablesen:

  • Irmfried Eberl, zuerst Direktor in Brandenburg, wurde später Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka. Gleich ihm waren viele „Euthanasie“-Täter auch  in den Holocaust involviert.
  • Der Frauenarzt Aquilin Ullrich war in Brandenburg an der Ermordung von mindestens 2340 Menschen beteiligt, konnte aber noch bis 1984 eine Arztpraxis betreiben, obwohl er 1971 als verhandlungsunfähig eingestuft worden war. Wie er schafften es viele Täter, nahezu ungeschoren davon zu kommen.