Fritz Bauer

Fritz Bauer

Ohne Fritz Bauer wäre die Verfolgung von NS-Tätern in der Bundesrepublik wohl noch weniger vorangekommen, als sie sowieso schon war. Geboren 1903 in Stuttgart, nach einem Jurastudium jüngster Amtsrichter Deutschlands, musste er als Jude 1936 nach Dänemark und von dort nach Schweden emigrieren, ehe er, 1949 von Kurt Schumacher nach Deutschland geholt, 1950 zum hessischen Generalstaatsanwalt ernannt wurde.

Sein erster Prozess gegen Ernst Remer, der den Widerstand  der Verschwörer des 20. Juli 1944 niederkämpfte, erregte Aufsehen. Der Auschwitz-Prozess, begonnen 1963, stellte so etwas wie den Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn dar. Als er einen weiteren Prozess gegen die juristischen Strippenzieher der Euthanasiemorde vorbereitete, starb er völlig unerwartet am 1. Juli 1968 in Frankfurt. Sein Bonmot

Wenn ich mein [Dienst-]Zimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland. (Quelle: Der Spiegel, 31/1995)

sollte sich nach seinem Tod bewahrheiten: Alle Anklagen gegen die Schreibtischtäter wurden niedergeschlagen, teils unter den fadenscheinigsten Begründungen.

Fritz Bauer Tod auf Raten

Fritz Bauer Tod auf Raten

2010 schliesslich präsentierte die Filmemacherin Ilona Ziok nach jahrelangen Recherchen ihren hoch gelobten Film, der an diesem Samstag, Sonntag und am Montag in Berlin in der Ufa-Fabrik gezeigt wird. Karten gibt es für 6 €, eine Investition, die sich lohnt: Selten bekommt man so gut einen Einblick in das, was sich Vergangenheitsbewältigung nennt.