Wettbewerbs-AnkündigungSeit heute ist die Seite http://gestaltungswettbewerb-gedenkort-t4.de/gestaltungswettbewerb.html online. Auf ihr ruft die Berliner Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten dazu auf, sich als Gestalter eines im Jahr 2013 zu bauenden Gedenk- und Informationsortes für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-­Morde am Ort der Planungszentrale in derTiergartenstraße 4 in Berlin zu bewerben. Damit soll, wie der Auslober schreibt,

 

  • der historische Ort sichtbar gemacht,
  • über den Ort, die Opfer, das Verbrechen und die Täter aufgeklärt und informiert
  • sowie auf bereits bestehende Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen in den Ländern und in Europa verwiesen werden.

Das ist allerdings nur der erste Schritt in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren: Auf der jetzigen Stufe des Wettbewerbes werden 20 bis 50 Arbeitsgemeinschaften aus Gestaltern, Künstlern und Landschaftsarchitekten ausgewählt. Diese dürfen dann Entwürfe einreichen, aus denen dann eine Jury einen Sieger auswählt. Betont wird von Seiten des Auslobers, dass sich wirklich nur professionelle Arbeitsgemeinschaften bewerben dürfen.

 

Die finanziellen Mittel für den Wettbewerb sind relativ bescheiden: Stehen für die Gestaltung des Gedenkortes insgesamt sowieso nurt 500.000 € brutto zur Verfügung, so erhalten die letzendlich eingeladenen AGs ein Bearbeitungshonorar von gerade einmal 500 €. Immerhin stehen für Preise und Ankäufe dann 20.000 € zur Verfügung. Das Ende der Bewerbungsfrist ist auch schon bald: Am 4. Mai müssen die Bewerbungsunterlagen vorliegen und schon Ende Juni ergehen dann die Einladungen (und Absagen) zum Gestaltungswettbewerb. Fertig sein soll der Ort dann im September 2013, also 74 Jahre nach dem Beginn der NS-„Euthanasie“-Aktionen.

 

Positiv hervorzuheben ist das sichtliche Bemühen der Auslober um Inklusion: So ist die gesamte Seite in Leichter Sprache verfügbar. Schade allerdings, dass nicht auf bestehende weiterführende Informationsangebote hingewiesen wird. So wäre es für die Bewerber sicher hilfreich zu erfahren, dass es ein 3D-Modell der Villa gibt, in der die NS-„Euthanasie“ geplant und gesteuert wurde.