Das Denkmal der Grauen Busse

Das Denkmal der Grauen Busse

„Ein größerer Gegensatz zu traditionellen Mahnmalsformen und deren Nimbus von Ehrfurcht, Würde und Pathos ist kaum vorstellbar. Das Denkmal der Grauen Busse – nicht aus Bronze gegossen oder in Stein gehauen, sondern aus grauem Stahlbeton computergesteuert in Form gebracht – ragt als rätselhafter Fremdkörper in den Straßenraum. Von weitem mag es in seiner blockhaften Gestalt schroff und abweisend wirken. Beim Näherkommen öffnet es sich in der Mitte zu einem Gang durch die Geschichte.“

 

– So hat Stefanie Endlich das Denkmal der Grauen Busse beschrieben.

 

Der Graue Bus ist ein Zeichen für das Werkzeug der Täter, das nun im ganzen Land an die Opfer der sog. „Euthanasie-Aktion“ erinnert. Die Erinnerung an die Opfer ist in diesen Gedenkbus mit dem Zitat eines Patienten: „Wohin bringt Ihr uns?“ 1940/1941 eingeschrieben.

 

Die Bedeutung dieses Denkmals zeigt sich daran, an wie vielen Orten der Verbrechen es bereits dazu beigetragen hat, Wahrnehmungen zu verändern und Erinnerung zu provozieren. Der Graue Bus wurde am 27. Januar 2007 der Öffentlichkeit übergeben und er war seitdem in Ravensburg, in Brandenburg an der Havel, in Berlin, in Stuttgart und Heilbronn, in Neuendettelsau und in Pirna, in Köln und in Zwiefalten.

 

Und: Das Denkmal der Grauen Busse wird weiterhin Geschichte er-fahrbar machen. Die Stationen der Busreise sind in diesem wunderschön gestalteten Buch festgehalten. Zu jedem Beitrag gibt es eine englische Kurzfassung. „Das Denkmal der Grauen Busse realisiert sich nur – und immer wieder neu – durch die Aktivitäten der Menschen in den verschiedenen Städten“. So hat es Stefanie Endlich beschrieben. Die aktive Einmischung der Bürger ist der Motor des mobilen Denkmals. Dieses Buch regt zu solchen Aktivitäten an.

 

Bibliografische Angaben:

Das Denkmal der Grauen Busse – Erinnerungskultur in Bewegung

Redaktion:  Andreas Knitz, Horst Hoheisel, Franz Schwarzbauer, Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel,

Herausgeber: Stadt Ravensburg, ZfP Südwürttemberg, Landschaftsverband Rheinland

ISBN: 978-3-931200-19-1

© 2012 Verlag Psychiatrie und Geschichte des ZfP Südwürttemberg

 

Reinald Purmann