Eine Pressemitteilung der Gedenkstätte Pirna-Sonneinstein zeigt die Bedeutung, die bürgerschaftliches Engagement für die Bewahrung der Erinnerung hat.

 

Am Samstag, den 6. Juli findet der erste Aktionsnachmittag in diesem Sommer zur Erneuerung der Pirnaer Gedenkspur statt. Dazu laden die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und die Aktion Zivilcourage alle Bürgerinnen und Bürger der Region ein.

 

„Viele Abschnitte der Gedenkspur, die von der Gedenkstätte auf dem Sonnenstein durch die Pirnaer Altstadt bis zur Elbe führt, sind inzwischen ziemlich verblasst. Mittels Schablonen und bunter Farbe aus Sprühdosen wollen wir gemeinsam neue Kreuze auf den Boden sprühen“, erläutert Daniel Ziemer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte.

Gemeinsamer Beginn des Aktionsnachmittags ist um 15.30 Uhr an der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Um eine Voranmeldung bei der Gedenkstätte bis zum 4. Juli wird gebeten (Tel. 03501/ 710960), die Teilnahme ist kostenfrei.

 

„Mit der Aktion zeigen die Bürger Pirnas auf praktische Weise, dass sie sich mit der hiesigen Vergangenheit auseinandersetzen und im Stadtbild deutlich sichtbar an die Opfer erinnern wollen“, sagt Franziska Kuhne von der Aktion Zivilcourage. In diesem Sommer sind am 3. August und am 7. September noch zwei weitere Samstagstermine vorgesehen, an denen Bürgerinnen und Bürger die Gedenkspur erneuern können.

Die Gedenkspur entstand im Jahr 2002 nach einem Konzept des Pirnaer Künstlers Christoph Hampel mit Jugendlichen. Jedes Kreuz der Gedenkspur erinnert an einen der mindestens 14.751 Menschen, die in der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein in den Jahren 1940 und 1941 ermordet wurden. Diese Frauen, Männer und Kinder waren von Medizinern der nationalsozialistischen „Aktion T4“ als „lebensunwert“ gebrandmarkt worden. Die Arbeit an der Gedenkspur ist nie ganz abgeschlossen, weil die gesprühten Kreuze mit der Zeit verblassen. So symbolisiert die Spur, dass das Engagement gegen das Vergessen eine dauerhafte Aufgabe bleibt.