Im Rathaus Tempelhof wird die Ausstellung „Töten aus Überzeugung bis zum 31.10.2013 zu sehen sein. Im Folgenden die Pressemitteilung, vorher aber ein paar Fotos vom Aufbau heute Vormittag:

 

Am 5. August 2013 wird die Ausstellung „Töten aus Überzeugung“ im Rathaus Tempelhof eröffnet.

Wer im NS-Staat psychisch krank, geistig behindert oder unheilbar krank war, wurde zwangssterilisiert oder umgebracht.

Hinter dem Decknahmen „T4“ (Tiergartenstrasse 4) verbirgt sich der Massenmord an Patienten aus den Heil- und Pflegeanstalten im damaligen Deutschen Reich. Von hier aus wurden über 70.000 Menschen in die Gaskammern der sechs dafür eigens eingerichteten Tötungsanstalten gefahren und ermordet.

 

12 Jahre nationalsozialistische Terrorherrschaft haben bis heute Einfluß auf die Sichtweise und den Umgang von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Bei keiner anderen Erkrankung oder Diagnose werden Symptome so als Charaktereigenschaften festgeschrieben wie bei einer psychischen Erkrankung.

„Schizophren“, „geistig verwirrt“, „psychisch gestört“ werden wie Schimpfworte benutzt.

Frau Dr. Sibyll Klotz, Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung, engagiert für die Anliegen psychisch beeinträchtigter Menschen, will dieses düstere Kapitel der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit geraten lassen. Sie sieht diesen Bewußtmachungsprozess als wichtige Vorraussetzung für einen sensiblen Umgang mit Menschen sowohl in der klinischen Versorgung als auch die ambulante psychiatrische Betreuung.

 

Die von Michael Gollnow  initiierte und von Robert Parzer historisch aufbereitete und von der Pinel Gesellschaft veranstaltete Ausstellung, gibt einen tiefen Eindruck zu dem dahinter stehenden Leid ohne die Grausamkeiten selber darzustellen.

In Fotographien, Dokumenten und in nachgebildeten Szenen (8 Schaukästen) werden die Methoden und Verbrechen der Nationalsozialisten gegen Menschen mit Behinderung deutlich. Die konkrete Darstellungsform in den Schaukästen verdeutlicht nicht nur die historischen Geschehnisse, sondern sie nimmt Bezug auf eine Gedenk- und Erinnerungskultur der Gefühle. Es findet in dieser Form eine Anknüpfung an den grundlegenden Gedanken von Theodor Adorno statt, nämlich, Auschwitz in sein Inneres vorzulassen und somit die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht zu verdrängen. Im Themenjahr der zerstörten Vielfalt handelt es sich bei der Ausstellung neben der Vermittlung von historischen Kontexten, auch um eine Aufarbeitung mit dem Herzen.

Das Ziel der Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Initiative eines virtuellen Mahnmals in der Tiergartenstr. 4 www.gedenkort-t4.eu eine besondere Form der Erinnerungskultur.

 

 

Die Ausstellung, ist vom 6.August 2013  bis zum 31. Oktober im Rathaus Tempelhof zu sehen.