Paul Goesch Tänzerin Aufnahme bei der Restauration

Paul Goesch: Tänzerin. Aufnahme bei der Restauration

 

Am Sonntag, den 1. September um 14 Uhr wird in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein das wiederentdeckte Dresdner Bild ‚Tänzerin’ des Malers Paul Goesch (1885 – 1940) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zur festlichen Übergabe der ‚Tänzerin’ mit biografischen und kunsthistorischen Vorträgen lädt die Gedenkstätte herzlich ein.

 

Der Avantgarde-Künstler und Architekt Paul Goesch malte 1908 in Dresden-Laubegast eine Turnhalle vollständig und in ungewöhnlicher Farbigkeit aus. Die von damaligen Kunstkritikern als einzigartiges Gesamtkunstwerk bezeichnete Ausmalung ist heute nur noch teilweise und in unterschiedlichem Erhaltungszustand vorhanden. Die eindrückliche Darstellung einer Tanzenden entdeckten Restauratoren im Jahr 2011 und bargen es aus konservatorischen Gründen als sogenannte Stacco-Abnahme von der Wand. Als Schenkung der Eigentümerin wird das Bild künftig dauerhaft in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein präsentiert. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

 

Paul Goesch lebte nach psychischen Krisen über längere Zeit als Patient in Heil- und Pflegeanstalten. In der Zeit des Nationalsozialismus erfuhr er eine zweifache Verfolgung: Seine Kunst galt nun als „entartet“. Ihn selbst brandmarkten NS-Mediziner aufgrund seiner psychischen Krankheit als „lebensunwert“. Am 22. August 1940 wurde Paul Goesch im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ in der „Euthanasie“-Tötungsanstalt Brandenburg ermordet.