Krankenhaus Wuhlgarten

Krankenhaus Wuhlgarten

Wo: Krankenhauskirche im Wuhlgarten

Brebacher Weg 15, 12683 Berlin-Biesdorf

Wann: Freitag, 1.11.2013, 19.00

 

Wuhlgarten war eine der großen Berliner Psychiatrien. Seit 1998 erinnert ein Gedenkstein an die Opfer der NS-„Euthanasie“, die von dort in die Tötungsanstalten deportiert worden waren. Momentan läuft ein Forschungsprojekt „Die Geschichte der Heil – und Pflegeanstalt Wuhlgarten  1933 – 1945″, das bei der Veranstaltung vorgestellt werden soll.

Zur Einladungskarte

 

Hier der Pressetext:

 

„Im Gedenken an die Euthanasieopfer 1940 – 1941“

Diese Überschrift steht auf dem Gedenkstein für die Opfer der „Euthanasie“ am Haus 41 im Gelände der einstigen Anstalt Wuhlgarten.

 

Als der Gedenkstein 1998 eingeweiht wurde, wussten wir noch nicht viel über die Verbrechen in dieser Anstalt  während der Zeit von 1933 – 1945. Heute, nach intensiven Recherchen in den Archiven, nach Auswertung von Totenbüchern und durch die Zusammenarbeit mit anderen Gedenkorten wissen wir viel mehr über die Geschehnisse in der damaligen Zeit, z.B. auch, dass diese Anstalt bis 1945, entgegen der offiziellen Bezeichnung, weiterhin psychiatrische Patienten aufgenom-men und behandelt hat. Wir wissen auch, dass weit mehr als die damals bekannte Zahl von 689 psychiatrischen Patienten, die in die Tötungsanstalten verlegt wurden, der sogenannten T 4-Aktion zum Opfer fielen. Wir müssen heute davon ausgehen, dass auch  in der Anstalt selbst Patienten durch Nahrungsentzug und Medikamente umgebracht wurden.    

 

Die Veranstaltung will an das Geschehen erinnern, will über die Verbrechen auch in dieser Anstalt informieren und will das geförderte Projekt „Die Geschichte der Heil – und Pflegeanstalt Wuhlgarten  1933 – 1945“  vorstellen.

 

Dazu referieren  Prof. Dr. Volkmar Schneider zum Thema „ Medizin im Dritten Reich am Beispiel der Charité – aus der Sicht eines Gerichtsmediziners“  und die Historikerin Constanze Lindemann und Detlev Strauß über die neuesten Erkenntnisse zur „Euthanasie“ in der Anstalt Wuhlgarten.

 

Das Projekt wird gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Eine Arbeitsgruppe des Wuhlgarten e.V. erarbeitet zusammen mit der Vivantes-  Netzwerk für Gesundheit  GmbH eine Publikation zum Thema. Darüber hinaus soll es einen „Erinnerungsweg“ mit Gedenktafeln auf dem Gelände der einstigen Anstalt geben. Die Namen und Daten der Opfer werden für weitere Forschungszwecke digitalisiert.

 

Wir wollen den vielen Opfern einen Namen geben, die Erinnerung an „die Vernichtung unwerten Lebens“  wachhalten und mit weiteren Veranstaltungen die Öffentlichkeit über die Vorkommnisse in der Anstalt Wuhlgarten informieren. Dabei arbeiten wir eng mit anderen Gedenkstätten zusammen.

 

Detlev Strauß

Wuhlgarten e.V.