Wann: 27.3.2014, 15.00

Wo: Dietrich Bonhoeffer Kirche, Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin.

 

Seit vielen Jahren ist der Anstaltsfriedhof der Wittenauer Heilstätten ein vergessener Ort. Auf ihm liegen tausende Menschen, die als Patienten der psychiatrischen Einrichtungen im jetzigen Berlin-Reinickendorf starben. Viele wurden nach dem Beginn der Aktion T4 1940 in die Tötungsanstalten gebracht und dort vergast, viele nach 1941 nach Meseritz-Obrawalde deportiert, wo sie durch tödliche Injektionen ums Leben gebracht wurden. Auch in Wittenau selbst starben bis 1945 viele Patienten, von denen man annehmen muss, dass sie durch Hungerrationen geschwächt wurden.

Auch sie wurden am Anstaltsfriedhof begraben, ebenso wie jene, die nach der Befreiung durch Einheiten der Roten Armee durch die katastrophale Ernährungssituation zu Tode kamen.

 

Beerdigungen fanden noch bis 1958 statt, danach geriet das Gelände in Vergessenheit. Erst 1989 fragte die evangelische Kirchengemeinde Alt-Wittenau beim Friedhofsamt an, ob man denn wüsste, wer dort begraben liege. Versuche, den Ort zu einem denkmalgeschützten Gelände zu machen, scheiterten. 1995 wurden die letzten Grabsteine abgeräumt. In jüngster Zeit kümmern sich aber Schüler des Reinickendorfer Georg-Herweg-Gymnasiums um den Friedhof. Die Forderung steht im Raum, auf den Friedhof und das Schicksal der dort Begrabenen besonders hinzuweisen. Die Gedenkfeier soll dazu beitragen. In Kürze wird  auf www.gedenkort-t4.eu eine Dokumentation zum Friedhof erscheinen.

Die Religionslehrerin und Pfarrerin Frau Orland scheibt dazu:

Der Weg zu dem alten Anstaltsfriedhof ist heute fast vergessen.
Wir wollen ihn als feierliche Prozession gemeinsam gehen, um auf dem Friedhof eine Andacht mit Verlesen von Namen der Toten der Anstalt zu feiern.

Interview mit einem Zeitzeugen