Wir haben erstmalig unser Zelt aufgestellt… Wir sind klasse…

Probeaufbau des Veranstaltungszeltes. Quelle: http://seeletrifftwelt.de/maria/?page_id=2

Probeaufbau des Veranstaltungszeltes. Quelle: http://seeletrifftwelt.de/maria/?page_id=2

So beginnt ein Blogeintrag auf seeletrifftwelt.de. Dahinter steht etwas ganz Besonderes, Außergewöhnliches: Eine Gruppe von „Menschen mit seelischen Hindernissen“ (Selbstbezeichnung) wird das erwähnte Zelt in den nächsten Tagen und Wochen an NS-„Euthanasie“-Gedenkstätten aufstellen. Eben eine Tour des unwerten Lebens; des Lebens also, das vor 70 Jahren im Dritten Reichen wegen „Minderwertigkeit“, „Asozialität“ oder anderen Vorwänden vernichtet worden wäre. Die Tour benutzt das Zelt (und andere Unterkünfte) als Ausgangsstation für verschiedene Aktionen, zu denen die Öffentlichkeit dezidiert eingeladen ist.

 

Die Mitmachenden möchten ihr Anderssein explizit an die Orte tragen, die als Orte der Gedenkstättenpädagogik den Respekt vor dem wie auch immer definierten „Anderen“ lehren sollten, unter anderem durch die viel debattierte Menschenrechtsbildung. Sie möchten die Auseinandersetzung an den historischen Orten mit den Mitteln von Film, Musik und künstlerischen Interventionen führen. Wenn das überstrapazierte Trendwort „Inklusion“ überhaupt noch Sinn macht, dann hier.

 

Das Programm beginnt morgen, 14.6.ab 09.30 an der Gedenkstätte Brandenburg und wird in Hadamar und Hartheim fortgesetzt. An den zwei letztgenannten Gedenkstätten allerdings in veränderter Form, da äußere Umstände (und vielleicht auch innere Widerstände) eine Durchführung in der eigentlich geplanten, stark performativ orientierten Form nicht möglich machen.

 

 

Damit setzt die Gruppe eine Auseinandersetzung fort, die sie mit dem Projekt „Begegnung mit einer möglichen Vergangenheit“ im letzten Jahr begonnen hat. Dabei wurden die Gedenkstätten Bernburg und Pirna aufgesucht, Fotos gemacht, die den Prozess der Auseinandersetzung dokumentieren und in einer Ausstellung präsentiert. Diese Fotos werden auch auch auf der Tour gezeigt.

Auch diesen Blog hier wird die Gruppe nutzen, um ihre Erlebnisse und Reflektionen zu dokumentieren. Über den bisherigen Stand informiert die Seite zur Tour.