Seebaden, ein wenig ausspannen und die Ereignisse und Erlebnisse verarbeiten. Hadamar wirkt nach…

 

Um zu verstehen, wo jede_r Einzelne von uns sich in seiner inneren und äußeren Welt befindet, haben wir begonnen einzelne Interviews aufzuzeichnen. Die werden wir euch demnächst online stellen (eingeschränkte Technik).

 

Eine Auseinandersetzung mit dem individuellen Anderssein ist auch in der Gruppe tägliches Thema. Ich vermute jeder Mensch in unserer westlichen Welt kennt dies z.B. aus Familienurlauben. Und wenn man dann noch einer Vergangenheit begegnet, die es verlangte „Gleich“ zu sein, fallen einem die Unterschiede besonders auf. Es ist ein spannender Prozess und wir wachsen daran… Wir sind eine Gruppe geworden.

 

Unsere Aktion in Hadamar wirkt nach… Uns begegnet aufgrund unseres sehr offenen Umganges mit unserer „Einschränkung“ eine unerwartete Form des meidenden Respektes. Patrick hat sich in sein T-Shirt verliebt und dann ist dan noch das Auto mit unseren Plakaten… wir sind zu erkennen…

 

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Rückseite / Vorderseite T-Shirt

 

Eine Auswirkung ist die „Raumaufteilung auf unserem Campingplatz; die eine Seite des Geländes ist von uns belegt… mit viel Freifläche… auf der anderen Seite drängen sich die „Anderen“.

 

In Hadamar haben wir ähnliche Erfahrungen sammeln dürfen. Aber dazu mehr in unserer ausführlichen Dokumentation zur Eröffnung des Gedenkortes in Berlin.

 

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„Busgarage“ in den Tod

 

Hadamar hatte für uns aber auch, mal etwas „schwäbisch“ gesagt , ein unangenehmes Geschmeckle…Den Eingang teilte sich die Gedenkstätte mit der Ergotherapie. Ein ähnlich unangenehmes Gefühl hatten wir in Sonnenstein. Im Gebäude der Gedenkstätte befindet sich auch eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Das „Gefühl“ beinhaltet den Gedanken, dass in vielen Fällen ein entscheidender Grund für die Tötung „lebensunwerten Lebens“ die Arbeitsfähigkeit darstellte.

 

 

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Forensische Station direkt neben dem „Ehrenfriedhof“

 

Insgesamt ist es für die Teilnehmer_innen der Gruppe sehr unangenehm sich auf dem Gelände der Psychiatrie aufzuhalten um die Gedenkstätte aufzusuchen. Hier sind wir sehr gespannt auf die Lösung in Hartheim. Außer Hartheim und Brandenburg (war nie eine Psychiatrie) sind die anderen Orte auch heute noch psychiatrische Krankenhäuser bzw. Teil des sozialpsychiatrischen Versorgungssystems. Wir sind einhellig der Meinung, dass aufzunehmende Menschen in diese Einrichtungen das Recht haben müssten (d.h. auch über die Geschichte informiert sein sollten) sich aufgrund der Ereignisse gegen den Standort entscheiden zu dürfen.

 

Und nun noch Hartheim und wir haben alle Gedenkstätten aufgesucht.

 

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