An der Berliner Tiergartenstraße 4 arbeitete ab 1940 eine Sonderbehörde, die  den nationalsozialistischen Krankenmord organisierte. Ihm fielen etwa 70.000 Menschen zum Opfer – in einer Aktion, die nach 1945 als „Aktion T4“ mit dem Ort der Planung verknüpft wurde.

 

Erste Erinnerungsbemühungen gab es seit den 1980er Jahren. Im September 2014 wird dann ein Denkmal, das von einer Gemeinschaft um Ursula Wilms konzeptioniert wurde, eingeweiht werden. Es besteht  aus einer blauen Glaswand. Damit verknüpft sind Informationselemente, die von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von PD. Dr. Gerrit Hohendorf (TU München) erarbeitet wurden. Beides zusammen ergibt dann den  „Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde.“

© Arbeitsgemeinschaft: Ursula Wilms (Architektin BDA), Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann (Landschaftsarchitekt BDLA)

Das Denkmal © Arbeitsgemeinschaft: Ursula Wilms (Architektin BDA), Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann (Landschaftsarchitekt BDLA)

 

Die Betreuung des Denkmals wird die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas übernehmen. Es wird das erste Denkmal in ihrer Betreuung sein,  das an einem authentischen Ort realisiert wurde.

Der Artikel von Ingo Loose über die historischen Hintergründe

Stefanie Endlich schrieb hier zur Geschichte der Erinnerung an der Berliner Tiergartenstraße. 

Der Entstehungsprozess ist im Bereich „Denkmal“ hier auf dem Blog dokumentiert

 

Mit Ursula Wilms führte ich vor etwa einem Jahr ein Interview.

 

 

Im Folgenden die offizielle Einladung:

 

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, lädt Sie zur Einweihung des Gedenk- und Informationsortes für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde am 2. September 2014 um 11 Uhr im Foyer der Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin, ein.

 

Programm

 

Grußworte
Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

 

Dokumentenlesung
Sigrid Falkenstein und Dr. Hartmut Traub erinnern an ihre Angehörigen Anna Lehnkering und Benjamin Traub, die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde wurden.

 

Musik
Titus Maack, Cello

 

Im Anschluss der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, Blumen am Gedenkort niederzulegen.

Der Einlass beginnt um 10 Uhr. Für die Veranstaltung wird eine Übersetzung in Gebärdensprache angeboten.