Das Denkmal der Grauen Busse  steht ab heute in Poznań vor dem Städtischen Kulturzentrum Zamek. Damit befindet sich die mobile Erinnerungsskulptur der Künstler und Architekten Horst Hoheisel und Andreas Knitz  zum ersten Mal außerhalb Deutschlands. Der mehrere Tonnen schwere originalgetreue, jedoch in der Mitte geteilte Abguss erinnert daran, dass mit Bussen der Reichspost behinderte und psychische kranke Menschen zu den Tötungsanstalten transportiert wurden.

Aussage Richard von Hegeners, der die Busse organiserte. Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv

Aussage Richard von Hegeners, der die Busse für die Aktion T4 organisierte. Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv

Der Zeitpunkt und der Ort der Aufstellung sind nicht zufällig: Im Oktober 1939 begannen die ersten Vergasungen von Menschen im Dritten Reich im Posener Fort VII, einer ehemaligen preußischen Wehranlage. Es waren Patienten der psychiatrischen Anstalt in Owińsk, die mit Kohlenmonoxid erstickt wurden. Die Verantwortlichen für den Krankenmord sassen im Posener Kaiserschloss (dem heutigen Kulturzentrum) das später von Mitarbeitern Albert Speers zu einer Residenz für Adolf Hitler umgebaut wurde.

Liste von Tätern, die Owinsker Patienten ermordeten. Erstellt im Rahmen einer Untersuchung in den 1950er Jahren.  Quelle: IPN

Liste von Tätern, die Owinsker Patienten ermordeten. Erstellt im Rahmen einer polnischen Untersuchung in den 1950er Jahren. Quelle: IPN

Das Denkmal wird noch bis zum 12.10.2014 in Poznan zu sehen sein. Es wird begleitet von einer Ausstellung der Künstler, in der auch ihr neuestes Werk zu sehen ist: Sie haben die Startblöcke der während der deutschen Besatzung zu einer Schwimmhalle umgebauten Synagoge dort ausgebaut und in das Arbeitszimmer Hitlers gestellt.

 

Das Denkmal in Poznan

Das Denkmal in Poznan

Dass das Denkmal dort steht, ist übrigens zum großen Teil Artur Hojan zu verdanken.