Vor kurzem erschien ein Themenheft zur NS-„Euthanasie“ der deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie und der Gesellschaft für Psychotraumatlogie, Traumatherapie und Gewaltforschung.

Trauma und Gewalt Themenheft

Trauma und Gewalt Themenheft

Die Autoren und Autorinnen widmen sich verschiedenen Aspekten einer Region, die besonders früh und in besonders intensivem Ausmaß vom NS-Krankenmord betroffen war. Wie Jan Armbruster und Harald J. Freyberger in ihrem einleitenden Artikel darlegen, ist dies wesentlich auf den Gauleiter Franz Schwede-Coburg zurückzuführen, der sich bei seinem Mentor Himmler gut stellen wollte, in dem er Anstalten räumen ließ und die Gebäude dann der SS zur Verfügung stellte. Für die Patienten und Patientinnen bedeutete das die Deportation in das soeben besetzte Polen und ihre Ermordung in Massenexekutionen. Kathleen Haack, Frank Häßler und Ekkehardt Kumbier füllen in zwei Aufsätzen zur „Euthanasie“ und „Kindereuthanasie“ in Mecklenburg eine große Forschungslücke. Rainer Stommer beschreibt die Führerschule der deutschen Ärzteschaft in Alt-Rehse als zentralen Ort der weltanschaulichen Schulung von Ärzten, Hebammen und Apothekern und aktuelle Bemühungen, dort einen Gedenkort einzurichten. Abschliessend stellt Robert Parzer neue Forschungen zur Organisationszentrale des NS-Krankenmordes an der Berliner Tiergartenstraße 4 vor.

 

Das Heft kostet 24 € und ist unter volltext.traumaundgewalt.de erhältlich. Dort können auch einzelne Artikel für 8 € erworben werden.