„Gleichmacher“ nannte  Sarah Kirsch den Schnee und in der Tat verwischt er die Konturen selbst so markanter Stadträume wie des Gedenk- und Informationsortes für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde in Berlin. Die Stadtreinigung ist aufgehalten, und so ergreift die ganz Berlin erstickende und kurz nach Silvester besonders sichtbare Vermüllung auch diesen Ort. Dazu kommt noch die Grausamkeit der Natur, die einen Vogel gegen die das Denkmal konstituierende blaue Glaswand fliegen und das Genick brechen lässt. Auch die Touristen lassen ab von diesem Ort. Die Information zu dem Schrecklichen, das an diesem Ort geplant wurde, bleibt für ein, zwei Tage ungelesen unter einer dünnen Schneeschicht verborgen.

 

 

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