Wie bereits letztes Jahr trifft auch dieses Jahr die Verleihung des nach dem Philosophen Peter Singer benannten Preises auf breiten Widerspruch. Hatte man 2015 den Preis noch sinnigerweise an Peter Singer selbst verliehen, so ist dieses Mal mit Ingrid Newkirk die Präsidentin der Tierschutzorganisation PETA an der Reihe.

 

Peter Singer ist äußerst umstritten, weil er als Philosoph, der vor allem die Rechte von Tieren stärken will, gleichzeitig behinderten Neugeborenen das unbedingte Lebenrecht aberkennt. So sagte er 2015 in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung:

 

Ein Embryo hat kein Recht auf Leben. Es ist nicht falsch, ihn zu verwerfen, wenn man ein Kind mit Genen, die zu einer Behinderung führen, nicht will.

 

Nun mag es so wirken, als würde man einen Philosophen mit einer sehr langen Publikationsliste auf ein, zwei „skandalöse“ Aussagen reduzieren. Dies ist -leider- nicht der Fall. Peter Singers ganzes Denkgebäude ist seit seiner Veröffentlichung aus dem Jahr 1979 „Praktische Ethik“ darauf aus gerichtet, dass keine Art einer anderen vorgezogen werden dürfe – also darf man auch (behinderte) Menschen töten, wenn man Tiere töten darf.

PETA ist übrigens durch eine geschmacklose Kampagne aufgefallen, die u.a. wegen ihres  Slogans „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ zu einer „„Bagatellisierung und Banalisierung des Schicksals der Holocaustopfer“ führe, wie das Bundesvefassungsgericht feststellte.

 

Peter Singers Thesen werden seit Jahrzehnten insbesondere von Menschen mit Behinderungen bekämpft. Ein Bündnis fordert  nun die Freie Universität Berlin dazu auf, den ihr gehörenden Botanischen Garten nicht für die Preisverleihung am 23.4.2016 um 18:00 zur Verfügung zu stellen. Mehr Informationen bietet die Seite eines Bündnisses hier.