Materialien zur Geschichte der Pflege im Nationalsozialismus gesucht

Die Neubrandenburger Pflegewissenschaftlerin Dr. Anja K. Peters und der Berliner Historiker Robert Parzer haben damit begonnen, im Auftrag des DBfK-Bundesvorstands die vermuteten personellen Kontinuitäten im Berufsverband zwischen 1933 und 1949 zu erforschen. Ziel der Studie ist es, die Rolle von herausgehobenen Funktionären und Funktionärinnen des DBfK und seiner Vorgängerinstitutionen zu untersuchen. Die Untersuchung der Biographien soll dabei kein Selbstzweck sein, sondern es erlauben, Kontinuitäten, Brüche und Traditionslinien im Selbstverständnis des Berufsverbandes aufzuzeigen. Es gilt zu überprüfen, inwieweit die Überlieferung der erzwungenen Inaktivität 1933-1945 und des unbelasteten Neuanfangs 1945 den Tatsachen standhält.

Indem der Bundesvorstand diese Fragen untersuchen lässt, stellt er sich einer Aufgabe, die in der Ärzteschaft bereits im Gange ist.

Derzeit eruieren und sortieren Peters und Parzer die Namen von Vorstandsmitgliedern auf allen Ebenen mit Schwerpunktsetzung auf Landesvorständen und späteren Bundesvorstandsmitgliedern. Die beiden bitten deshalb die Leserinnen und Leser von Die Schwester Der Pfleger sowie DBfK-Mitglieder im Ruhestand, ihnen Namen aktiver Verbandsfunktionärinnen und -funktionäre bis 1949 mitzuteilen.

Sie sind außerdem interessiert an Bildern, alten Pflegezeitschriften, Tagebüchern und Briefen von Mitgliedern der B.O. bzw. des Agnes-Karll-Verbands. Ziel ist es hierbei nachzuvollziehen, wer über welchen Zeitraum mit wem in Kontakt stand, welche Netzwerke existierten und wie sich diese ggf. auf den Verband auswirkten. Wenn Schwestern und Pfleger im Ruhestand oder Nachkommen von Pflegepersonen Nachlässe aus den 1930/40ern der historischen Pflegeforschung auf Dauer zur Verfügung stellen möchten, können diese in das im Aufbau befindliche Archiv der Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse übernommen werden (www.ebb-alt-rehse.de).

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in Die Schwester Der Pfleger publiziert werden, um sie möglichst vielen Mitgliedern zur Kenntnis zu geben. Geplant ist auch die Präsentation in einem geeigneten Tagungsrahmen.

Für Fragen zum Projekt stehen Peters und Parzer gerne zur Verfügung. Kontakt: Dr. Anja K. Peters & Robert Parzer, c/o EBB Alt Rehse e.V., Am Gutshof 1, 17217 Alt Rehse, E-Mail pflegewirtin@web.de | r.parzer@ebb-alt-rehse.de