Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein im Verbund der Stiftung Sächsische Gedenkstätten publizierte  eine Reihe von Porträts von Menschen, die 1940 und 1941 in Pirna den nationalsozialistischen Patientenmorden zum Opfer fielen. Die zehn, jeweils zehn bis 15 Seiten umfassenden, im Broschürenformat gehaltenen Bände sind reichlich bebildert und schildern unterschiedlichste Lebenswege von Geburt und Kindheit über die meist langjährigen Aufenthalte in Heil- und Pflegeanstalten bis hin zur Ermordung in der Gaskammer in der T4-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein. Der für alle Bände einheitlich gehaltene Einband gibt Porträtfotos aller vorgestellten Personen wieder, wobei das der jeweils beschriebenen Person in der Größe hervorgehoben ist. Damit wird bereits vor der Lektüre daran erinnert, dass die Porträts letztlich nicht nur Bruchstücke aus einem Leben erzählen, sondern dass diese Stücke wiederum nur Teilchen einer viel größeren Gruppe von Opfern der NS-„Euthanasie“ sind. Mit den Mitteln der visuellen Gestaltung wird also verdeutlicht, dass das Gedenken an Individuen auch immer den Blick auf das dahinter stehende viel größere Bild öffnen kann.

 Screenshot https://www.stsg.de/cms/pirna/veroeffentlichungen/gesamtuebersicht

Screenshot https://www.stsg.de/cms/pirna/veroeffentlichungen/gesamtuebersicht

Die Bände wurden von Mitarbeitern der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein verfaßt und sind über die Website der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein gratis zu bestellen. Ein Einsatz in Schulen zur Vorbereitung eines Besuchs der Gedenkstätte erscheint sehr sinnvoll; auch wegen der Kürze der Texte, die in einer Schulstunde gut zu bearbeiten sein dürften.